Die Alien-Hypothese
Eine Wahrscheinlichkeitsanalyse
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Kapitel 13.1 – Die klassische Drake-Gleichung

 

Die Drake-Gleichung [1] dient zur Abschätzung der Anzahl der intelligenten Zivilisationen in unserer Milchstraße. Sie wurde von Frank Drake, einem US-Astrophysiker, entwickelt.
Im November 1960 trafen sich, zum ersten Mal, Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen in Green Bank, um über die Wahrscheinlichkeit extraterrestrischer Intelligenzen und der Suche nach ihnen zu diskutieren. Frank Drake war dabei für die wissenschaftlichen Inhalte und denkbaren Themen verantwortlich.
Für die Konferenz schrieb Drake einige wichtige Diskussionspunkte auf und fragte sich in welcher Abfolge die Themen behandelt werden sollten. Alle Tagesordnungspunkte besaßen die gleiche Wichtigkeit, standen aber in keinem direkten Verhältnis zueinander.
Drake ordnete jedem Tagungspunkt einem symbolischen Faktor zu und zog die einzelnen Faktoren zu einer, aus simplen Multiplikationen bestehenden, Formel zusammen, mit der die Anzahl hoch entwickelter und kommunikationsbereiter Zivilisationen, in der Galaxie, bestimmt werden sollte.
Frank Drake stellte diese Gleichung auf der Konferenz vor und sie wird seitdem auch als
Green-Bank-Formel oder SETI-Gleichung bezeichnet. [2] (Frank Drake benutzt andere Indizes, als in Definition 7.5.6 angegeben)

13.1.1 Gleichung N = R · fp · n · fL · fi · fc · L


R ist die mittlere Sternentstehungsrate pro Jahr [3] in unserer Galaxie. Je nach dem ob man Galaxien, Sternhaufen oder stellare Nebel betrachtet schwankt der Wert für R zwischen 4 und 19. [1] Der Mittelwert beträgt dann 11,5.

fp ist die Wahrscheinlichkeit für ein Sternsystem mit Planeten. Hier wird der Wert aus den bisherigen Betrachtungen genommen, also fp = Fp = 0,014.357 = 201:14.000.

n ist die Anzahl der Planeten in der habitablen Zone. Da wahrscheinlich nur ein Planet in der habitablen Zone eine Zivilisation hervorbringt wird n gleich eins gesetzt. Die Erklärung dazu erfolgt weiter unten. (Kapitel 13.2)

fL ist die Wahrscheinlichkeit für Planeten die Leben aufweisen. Auch hier wird der Wert aus den bisherigen Betrachtungen genommen, somit fL = FL = 0,111 = 1:9.

fi ist die Wahrscheinlichkeit für Planeten mit technologischen Zivilisationen.
Hier gilt:
fi = Fi·Fz = 1:12 · 3:7 = 1:28.

fc ist die Wahrscheinlichkeit für den Wunsch nach Kommunikation. Dieser Wert wird gleich 1 gesetzt. Die Erklärung dazu erfolgt weiter unten. (Kapitel 13.2)

L ist die Lebensdauer einer kommunikationsfähigen Zivilisation. Wie im Kapitel 11.1.1 (Seite 86) definiert, wird die Lebensdauer auf minimal 400.000 Jahre angesetzt.

N ist die Zahl der gegenwärtig vorhandenen kommunikationswilligen und kommunikationsfähigen Zivilisationen, in der Galaxie.


Einsetzten der Werte, in die Drake-Gleichung, liefert
N = 261 außerirdische technologische Zivilisationen.


Nach Satz 11.5.2 (Seite 88,89) existieren zwischen minimal 244 – 366 und maximal 2.438 – 3.657 technologische Zivilisationen, in der Galaxie. Der Drake-Wert liegt im unteren Bereich des Fensters und somit ergibt sich eine gute Übereinstimmung, mit den bisherigen Wahrscheinlichkeitsbetrachtungen.
Es lässt sich daraus schließen, dass der Wert für einen erdähnlichen Planeten bei Fe = 0,01 liegt.
Nach Satz 11.2.6 (Seite 87) existieren im Mittel 375 – 563 technologische Zivilisationen, in sonnenähnlichen Systemen, in der Galaxis.

Bei der Drake-Gleichung geht man von allen entstehenden Sternen aus, also auch den nicht sonnenähnlichen. Trotzdem erhält man eine nur leicht niedrigere Anzahl an Zivilisationen, gegenüber dem Mittelwert der bisherigen Betrachtung, die nur von sonnenähnlichen Sternen ausgeht.
Das lässt darauf schließen, dass Leben, in der Regel, in Systemen entsteht, die einen erdähnlichen Planeten, um ein sonnenähnliches Zentralgestirn, aufweisen. Folgender Satz ergibt sich:

13.1.2 Satz Es besteht die Wahrscheinlichkeit, das nahezu ausschließlich auf erdähnlichen Planeten, die um sonnenähnliche Sterne kreisen, auch intelligente Spezies mit Zivilisationen existieren.


 

176 Seiten
9 Tabellen

Herstellung und Verlag:
Books on Demand GmbH, Norderstedt

ISBN 978-3-8391-7990-1

Ladenpreis: 17,50 Euro